Online kursieren wilde Zahlen zu KDP-Einnahmen, von „ein paar Euro im Monat“ bis „fünfstellig pro Buch“. Die Wahrheit liegt, wie so oft, deutlich nüchterner in der Mitte, und hängt stark von Nische, Qualität und Anzahl der Bücher ab.
Wie sich die Einnahmen pro Verkauf zusammensetzen
Bei Taschenbüchern über Print on Demand zieht Amazon die Druckkosten vom Verkaufspreis ab, der Rest wird gemäß der gewählten Tantieme aufgeteilt, üblicherweise 60 Prozent für die Autorin bei Taschenbüchern. Bei E-Books liegt die Tantieme meist bei 70 Prozent, abhängig vom Preis und Vertriebsgebiet.
Ein Rechenbeispiel für ein Low-Content-Buch
Ein Notizbuch mit 8,99 Euro Verkaufspreis und geringen Druckkosten kann realistisch 3 bis 4 Euro Gewinn pro verkauftem Exemplar bringen. Bei 20 verkauften Exemplaren im Monat wären das 60 bis 80 Euro, für ein einzelnes Buch. Das klingt zunächst unspektakulär, wird aber interessant, sobald mehrere Bücher parallel laufen.
Warum die Anzahl der Bücher entscheidend ist
Ein einzelnes Buch bringt selten ein nennenswertes Einkommen. Erst ein ganzes Portfolio, zehn, zwanzig oder mehr Titel in verwandten Nischen, führt zu einem Einkommen, das sich wirklich lohnt. Jedes einzelne Buch trägt nur einen kleinen Teil bei, gemeinsam ergibt das aber eine solide Summe.
Was den größten Unterschied macht
Nicht die Schreibqualität allein, sondern die Nischenwahl, das Cover und die Keyword-Optimierung entscheiden meist darüber, ob ein Buch überhaupt gefunden und gekauft wird. Ein durchschnittliches Buch in der richtigen Nische schlägt häufig ein perfektes Buch ohne Sichtbarkeit.
Wie lange es dauert, bis sich etwas zeigt
Ähnlich wie bei Pinterest ist KDP kein Schnellstart-Modell. Die ersten Verkäufe kommen oft langsam, mit wachsendem Portfolio und etwas Bekanntheit innerhalb der Kategorie steigen die Zahlen aber spürbar an.
Fazit
KDP kann ein echtes Nebeneinkommen werden, aber selten mit einem einzigen Buch und selten über Nacht. Wer realistisch plant und in ein kleines Portfolio investiert, statt auf den einen großen Bestseller zu hoffen, hat die besseren Karten.
Schreibe einen Kommentar