Mein erstes Buch war, ehrlich gesagt, hübsch gemacht. Sauberes Layout, stimmige Farben, ein Cover, auf das ich richtig stolz war. Verkauft hat es sich trotzdem kaum. Der Grund lag nicht am Design. Er lag an der Nische, die ich gar nicht wirklich gewählt hatte, sondern die ich mir einfach ausgedacht hatte.
Warum die Nische wichtiger ist als das perfekte Produkt
Auf Amazon suchen Menschen mit einer konkreten Absicht. Wer „Malbuch Dinosaurier für Jungen 4 Jahre“ eingibt, hat eine sehr klare Vorstellung davon, was er will. Trifft dein Buch genau diese Suchintention, ist der Verkauf deutlich wahrscheinlicher als bei einem allgemeinen „Malbuch für Kinder“, das theoretisch für alle passt und praktisch für niemanden besonders.
Schritt 1: Die Amazon-Suche selbst als Recherche-Tool nutzen
Der einfachste Einstieg kostet nichts außer Zeit. Suchbegriff eingeben und auf die automatischen Vervollständigungsvorschläge achten. Die basieren auf echten, häufigen Suchanfragen und geben dir eine erste, kostenlose Einschätzung, wonach tatsächlich gesucht wird, statt wonach du vermutest, dass gesucht wird.
Schritt 2: Die Konkurrenz in der Kategorie prüfen
Wie viele Ergebnisse erscheinen zu einem Suchbegriff, wie sehen die Cover der Top-Ergebnisse aus, wie viele Bewertungen haben sie schon? Sehr wenige Ergebnisse können auf eine unbesetzte Nische hindeuten, aber genauso gut auf zu geringe Nachfrage. Ein gesundes Mittelmaß ist meistens die bessere Wahl als die vermeintlich konkurrenzlose Lücke.
Schritt 3: Unterthemen und Zielgruppen kombinieren
Statt „Notizbuch“ lieber „Notizbuch für Krankenschwestern“ oder „Notizbuch für angehende Mamas“. Die Kombination aus Format und einer spezifischen Zielgruppe eröffnet oft Kombinationen mit echtem Suchvolumen, an die man beim ersten Brainstorming gar nicht denkt.
Schritt 4: Saisonale Chancen mitdenken
Weihnachten, Ostern, Schulanfang, Muttertag. Saisonale Produkte haben zwar ein begrenztes Zeitfenster, dafür aber oft deutlich weniger Konkurrenz und eine wiederkehrende Nachfrage, Jahr für Jahr, sobald das Buch einmal steht.
Was eine gute Nische ausmacht
Ein erkennbares Suchvolumen, eine klar abgrenzbare Zielgruppe, und ein Format, das sich mit vertretbarem Aufwand tatsächlich umsetzen lässt. Fehlt einer dieser drei Punkte, wird es schwierig, selbst mit einem richtig gut gemachten Produkt. Genau das war mein Fehler beim ersten Buch, ich hatte zwei von drei Punkten, aber keine wirklich klare Zielgruppe.
Fazit
Eine gute Nische zu finden ist keine Glückssache, sondern das Ergebnis systematischer Recherche direkt in der Amazon-Suche. Es fühlt sich am Anfang weniger kreativ an als das Gestalten selbst, das gebe ich zu. Wer sich diese Zeit trotzdem vor dem ersten Buch nimmt, erspart sich danach viel Frust bei der Vermarktung, und das ist am Ende der deutlich bessere Tausch.
